Kommt etwas wirklich Großes auf uns zu? Gibt es einen Systemwechsel?

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Kommt etwas wirklich Großes auf uns zu? Gibt es einen Systemwechsel?

Putins Vorschlag für ein Treffen großer Mächte

von Niki Vogt

Unsere Welt hat sich in der letzten Zeit auf eine sehr merkwürdige Weise verändert. Die meisten versuchen nicht, die einzelnen Puzzleteile zusammenzufügen, sie haben meist gar keine Zeit dazu, weil sie mehr als beschäftigt damit sind, ihr Einkommen zu erwirtschaften und ihre persönlichen Dinge in Ordnung und funktionstüchtig zu halten. Familie, Job, Finanzen, Steuern … da bleibt keine Zeit. Nun hat der Corona-Virus eine Bremse in das emsig schnurrende Getriebe gehauen. Mit kreischenden Zahnrädern kommt das Leben Tag für Tag mehr zum Stillstand. Bei einer so brutalen Vollbremsung geht auch manches dabei zu Bruch.

Wir werden aus der Bahn geworfen. Es fühlt sich unheimlich an. So fragen sich viele, was da auf uns zu kommt. Wir haben Angst. Nicht nur vor dem Coronavirus. Schon vorher hatte Frau Bundeskanzlerin Merkel angedeutet, unsere Art zu leben würde sich sehr ändern. Und nun sagt auch der Österreichische Kanzler Kurz: „Die Welt wird ganz anders aussehen“. Und: „In Europa sieht man, dass die Solidarität, wenn es ernst wird, nicht funktioniert.“ Nach dem Ende der Krise müsse es daher „viele Diskussionen“ geben. Dann fügte er noch hinzu, auch die Globalisierung werde hinterfragt werden. Jetzt plötzlich? Hoch interessant.

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Die Corona-Krise zeigt die Bruchstellen, die schon lange vorhanden sind

Nun, der Coronavirus trifft uns hart in Europa. Aber auch deshalb, weil Europa (und eigentlich die Welt) sozusagen ein geschwächter Patient mit „Vorerkrankungen“ ist. Die Weltfinanzkrise 2008 ist nicht spurlos vorbeigegangen. Sie teilte die EU in die armen Südländer und die reicheren Nordländer. Und weckte im Süden die Begehrlichkeit nach einer Finanzunion, um am Reichtum des Nordens teilzuhaben. Die globale Finanzkrise wurde mit Unmengen an aus dem Nichts geschaffenen Geld am Leben gehalten, wie ein Intensivpatient durch Blutinfusion. Die grundlegenden Probleme wurden damit nicht gelöst, doch die Schuldenberge steigen seitdem ins Unermessliche: Staaten, Kommunen, Firmen, Menschen sind hoffnungslos überschuldet. Der Schuldenkollaps ist in Sichtweite. Covid 19 könnte dem fragilen System den Todesstoß geben. Unser Finanz- und Wirtschaftssystem ist sehr stark globalisiert, aber eben auch an seinem Ende angekommen. Meint Kanzler Kurz das?

2015 ereignete sich dann die Migrationskrise, die ebenfalls in Europa eine weitere Spaltung verursachte. Die Visegradstaaten weigern sich mit aller Kraft, Migranten aufzunehmen. Die wohlhabenderen Nordstaaten luden sie ein und sehen sich seitdem mit erheblichen Problemen konfrontiert. Ein Teil der Neuankömmlinge ist zur ständigen Herausforderung für die öffentliche Sicherheit und eine Belastung für die Bürger, Polizei und kommunalen Haushalte geworden. Der Brexit ist hauptsächlich diesen Problemen geschuldet, die mit der massiven Immigration in die britische Gesellschaft entstanden sind. Frankreichs Präsident hat sogar eine „Wiedereroberung der Republik“ von den eingewanderten muslimischen Parallelgesellschaften angekündigt. Eine Steilvorlage für das nationale Lager um Frau Le Pen, die spitz anmerkte, man könne ja nur „wiedererobern“ was ein Feind bereits erobert hat. Touché.

Ist die EU am Ende? In der Corona-Krise sehen wir allzu deutlich, dass sich jedes Mitgliedsland auf sich selbst besinnt. Schengen ist außer Kraft gesetzt. Die Länder machen alle die Grenzen dicht, auch gegeneinander. In der Pandemie-Bedrohung sind es die einzelnen Nationen, die wirklich handlungsfähig sind. Aus Brüssel kommt nur Chaos und Ratlosigkeit. Mit gnadenloser Deutlichkeit wird klar, dass die EU keiner echten Herausforderung gewachsen ist. Die Europäische Union hat nur so lange gehalten, wie sich alles etwas davon versprochen haben.

Categories: Sprachen lernen

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