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Das kann sich keiner wünschen-Das Bargeld verschwindet

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Die Corona-Epidemie sorgt ganz offensichtlich für eine rasante Wende beim Zahlungsverhalten der Deutschen
Quelle: Getty Images/fStop

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Aus hygienischen Gründen können Kunden plötzlich sogar beim Bäcker und im Dorfladen mit Karte bezahlen. Alle merken: Es klappt bestens. Scheine und Münzen werden nicht mehr gebraucht. Es spricht einiges dafür, dass das nach der Krise so bleibt.

in Brötchen mit Karte bezahlen – am Backpoint im kleinen Städtchen Eppingen bei Heilbronn geht das seit Dienstag. Inhaber Fabian Pizzuto bietet seinen Kunden nun auch diese Bezahlmöglichkeit, „wegen der Corona-Pandemie“, wie er sagt. Ganz ähnlich im Wiesenfelder Dorfladen, nördlich von Würzburg. Dort schafften die Inhaber kurzerhand den bisher geltenden Mindestbetrag von zehn Euro für die Zahlung mit Karte ab. Und viele andere Einzelhändler in der Republik, sofern sie noch geöffnet sind, tun es ihnen gleich.

Überwachung durch bargeldloses-Zahlen

Die Corona-Pandemie stößt eine kleine Revolution in Deutschland an. Hier, wo die Menschen bisher wie in kaum einem anderen Land am Bargeld hingen, erfährt nun das Bezahlen per Karte oder gar per Handy einen Boom. Die hygienischen Gründe, die dafür ins Feld geführt werden, sind zwar eher zweifelhaft. Dennoch dürfte sich das Zahlungsverhalten vieler Menschen nachhaltig verändern. Bargeld könnte aus zahlreichen Portemonnaies verschwinden.

Überall beeilen sich Gewerbetreibende derzeit, die Bezahlung mit Karte anzubieten „Seit circa drei Wochen verzeichnen wir bei einzelnen Handelskunden einen zunehmenden Beratungsbedarf bei bargeldlosen Bezahlverfahren“, heißt es bei der Frankfurter Sparkasse. „Einzelne Kunden, die sich schon seit Längerem ohnehin mit einer entsprechenden Umstellung befasst haben, priorisieren das Thema nun.“

Kassierer wünschen sich Kartenzahlung

Jene, die diese Möglichkeit schon anbieten, bitten ihre Kunden, auf Bargeld zu verzichten. „Bargeldloses Bezahlen ist aktuell eine wichtige Maßnahme, um das Risiko für Kunden und Mitarbeiter in den Märkten zu reduzieren“, sagt ein Edeka-Sprecher. Darüber informiere man die Kunden. „Der weitaus größte Teil unserer Kunden respektiert diesen Wunsch und hält sich vorbildlich daran.“

Auch bei Aldi Süd wünscht man sich Kartenzahlung, am besten kontaktlos – mit Erfolg: Der Anteil der Kartenzahlungen habe sich um rund 20 Prozent erhöht, bei kontaktlosem Bezahlen liege der Anstieg sogar bei fast einem Drittel. Bei Real ist der Bargeldanteil um rund fünf Prozentpunkte zurückgegangen.

Überwachung mit Bargeld-Abschaffung-das kann keiner wollen

Die Corona-Epidemie sorgt ganz offensichtlich für eine rasante Wende beim Zahlungsverhalten der Deutschen. Dabei halten Fachleute es für höchst unwahrscheinlich, dass das Corona-Virus über Geldscheine oder Münzen übertragen werden kann. Bei anderen hochinfektiösen Erregern, wie beispielsweise dem Noro-Virus, sei das zwar möglich, beim Corona-Virus dagegen nicht, sagt René Gottschalk, Infektiologe und Leiter des Gesundheitsamts Frankfurt.

Unerheblich sei dabei, ob das Virus über längere Zeit auf Oberflächen überleben kann, was immer wieder als Argument vorgebracht wird. Entscheidend sei, dass dies offenbar nicht reiche, um auf diese Weise andere zu infizieren. „Wäre das so, dann hätten wir inzwischen schon ganz andere Fallzahlen“, sagt Gottschalk.

Kontakt zum Kunden soll vermieden werden

Ähnlich sieht das auch die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik. „Für Münzen und Geldscheine gilt das Gleiche wie bei sonstigen Oberflächen: Aufgrund der geringen Umwelt-Stabilität von Coronaviren erscheint eine Übertragung des Erregers über diese Wege in den meisten Fällen unwahrscheinlich“, schreibt sie in ihren aktuellen Empfehlungen für den Handel. Und dennoch fährt sie fort: „Das Bezahlen soll bevorzugt elektronisch erfolgen.“ Entscheidender Grund dafür ist allerdings der persönliche Kontakt, der beim Überreichen des Bargelds stattfindet.

Doch wenn nun schon aus hygienischen Gründen auf Bargeld verzichtet werden soll, dann ergibt dies nur Sinn, wenn stattdessen nicht per Karte und Eingabe einer Pin gezahlt wird. Denn auf dem Gerät haben schon Hunderte anderer Finger herumgetippt. Nur das kontaktlose Bezahlen hat hygienisch einen wirklichen Vorteil. Denn dabei wird die Karte oder das Handy einfach an das Gerät gehalten, es macht „piep“ – fertig.

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