Chinesischer Journalist, der über den Ausbruch des Coronavirus berichtete, spurlos nach dem Tod des Whistleblower-Arztes verschwunden

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netzfrauen.org/2020/02/11/wuhan/

Der chinesische Journalist Chen Qiushi, der auch als Menschenrechtsanwalt arbeitet, reiste im Januar in die Stadt Wuhan in der Provinz Hubei und berichtete über die Gesundheitskrise durch das Coronavirus. Seit Bekanntwerden des Todes des Whistleblower-Arztes Li Wenliang in Wuhan wurde Chen nicht mehr gesehen. Jeglicher Kontakt ist abgebrochen. Im Internet kocht die Wut und viele Menschen fordern jetzt offen Meinungs- und Pressefreiheit. Bereits nach dem Ausbruch der Lungenpest im November 2019 löschte die chinesische Regierung Diskussionen im Netz und auch die vom Arzt im Pekinger Krankenhaus Chaoyang, wo Patienten behandelt wurden, sind gelöscht. „Die Pest ist nicht einmal das Schrecklichste dabei“, schrieben User auf Weibo, „Noch beängstigender ist, dass die Informationen nicht veröffentlicht werden.“ Auch Chen, ein freier Video-Journalist, wollte genau wissen, was los ist, und reiste nach Wuhan. Dort berichtete er, dass die örtlichen Krankenhäuser nicht über ausreichende Ressourcen verfügten und Schwierigkeiten hatten, die Anzahl der Patienten zu bewältigen, die eine Behandlung benötigten. Jetzt ist er spurlos verschwunden.
Chinesischer Journalist, der über den Ausbruch des Coronavirus berichtete, spurlos nach dem Tod des Whistleblower-Arztes verschwunden.

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Der chinesischer Arzt Li Wenliang aus der Stadt Wuhan informierte am 30. Dezember 2019 in einer WeChat-Gruppe seine Arztkollegen über sieben Patienten, die mit Verdacht auf eine Infektion mit dem SARS-Virus im Zentralkrankenhaus Wuhan behandelt wurden. Nur einen Tag später berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua, dass acht Personen in Wuhan Falschinformationen im Internet verbreitet hätten und dass es keine Anzeichen für eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung oder eine Infektion des medizinischen Personals gebe. Li Wenliang musste in das Sicherheitsbüro und sollte dort laut Medienberichten eine Erklärung unterschreiben, in der er beschuldigt wurde „unwahre Behauptungen gemacht“ zu haben, die die „gesellschaftliche Ordnung ernsthaft gestört“ hätten.

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