Lupine – Nutzen und Verwendungs­möglichkeiten

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Lupine – Nutzen und Verwendungs­möglichkeiten
Geprüft von Barbara Schindewolf-Lensch, Fachärztin für Innere Medizin
Verfasst von Miriam Adam
5. Februar 2019 in Heilpflanzen 14 Leseminut

Die riesigen Rispenblüten der Lupine (Lupinus) werden gegen Frühlingsende schnell zum Blickfang auf so manchem Acker. Mit strahlenden Blütenfarben, die von weiß über gelb bis hin zu rosa und violett reichen, könnte man meinen, es handle sich hierbei um eine Zierpflanze, die brachliegende Ackerflächen verschönern soll. Tatsächlich stellen jedoch auch die Lupinen selbst eine wertvolle Nutzpflanze dar, deren Anbau in den letzten Jahren mehr und mehr an Bedeutung gewonnen hat.
Inhaltsverzeichnis

Steckbrief zur Lupine
Kräuterportrait: Das Nahrungsmittel der Zukunft
Lupinensamen als pflanzliche Eiweißquelle
Inhaltsstoffe und Wirkung
Die Aminosäuren der Lupinen sind wahre Allroundtalente
Fettsäuren in Lupinenprodukten helfen beim Abnehmen
Die Nährstoffe der Lupine halten die Gefäße fit
Lupinenprodukte sind vielfältig
Lupinenprodukte als Milch- und Fleischersatz
Lupineneiweiß als Proteinshake oder Nahrungsergänzung
Pflegeprodukte aus Lupinen
Lupinenprodukte als zukunftsweisende Innovation
Gegenindikationen und Nebenwirkungen
Studien zur Lupine als Super-Food
Lupinenmehl als sichere Energie- und Proteinquelle
Verwertung von Lupineneiweiß im Körper
Lupinensamen als Sojabohnenersatz
Eiweiß von Lupinen senkt Cholesterinwerte
Lupinenmehl gegen Bluthochdruck
Lupinen haben antioxidative Eigenschaften
Blaue Lupine gegen Diabetes und diabetische Entzündungen
Lupinen wirken probiotisch
Proteine der Lupinen verhindern Muskelschwund
Lupine als Hülsenfrüchte einzigartig
Empfehlungen zum Kauf von Lupinenprodukten

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Der Grund: Lupinensamen sind reich an Eiweiß. Mehr noch, Ernährungsexperten bezeichnen Lupinus als eine der besten pflanzlichen Proteinquellen überhaupt. In der vegetarischen und veganen Ernährung sind Lebensmittel aus Lupinen deshalb längst keine Exoten mehr. Das aus Lupinensamen gewonnene Lupinenmehl lässt sich nämlich ähnlich wie Soja zur Herstellung von Milch- und Fleischersatzprodukten verwenden, wie zum Beispiel Lupinenjoghurt oder Lupinenschnitzel. Darüber hinaus ist die Lupine auch als Heilpflanze und zukunftsweisende Lebensmittelkomponente sehr bedeutsam. Einzelheiten zu den verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten der Lupine erfahren Sie in diesem Beitrag.

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Steckbrief zur Lupine
Wissenschaftlicher Name: Lupinus
Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Volkstümlicher Name: Wolfsbohne, Feigbohne
Herkunft: Afrika, Amerika, Asien, Europa
Wichtigste Inhaltsstoffe: Lupineneiweiß, Aminosäuren, Eisen
Verwendete Pflanzenteile: Hülsenfrüchte
Anwendungsgebiete:
Milch- und Fleischersatz,
Muskelaufbau,
Haut- und Haarpflege,
Gefäßerkrankungen.
Kräuterportrait: Das Nahrungsmittel der Zukunft
Lupinen zählen zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und sind als zierende Nutzpflanzen eng mit Gemüsearten wie Erbsen oder Bohnen verwandt. So verwundert es auch nicht, dass die Lupine den Beinamen Wolfsbohne trägt. Er geht auf den Naturforscher Plinius den Älteren zurück, der die Neigung der Gattung Lupinus zur überfallsartigen Ausbreitung einst mit dem Überraschungsangriff eines Wolfsrudels verglich. Das Geheimnis der schnellen Ausbreitung liegt in der besonderen Eigenheit der Lupinen, ihren Standortboden rasch mit Nährstoffen anzureichern. Die Wolfsbohne war deshalb insbesondere in der Landwirtschaft schon vor über hundert Jahren eine beliebte Gründüngung für ausgelaugte Ackerflächen.

Für Tiere und Menschen hingegen war Lupinus seiner Zeit trotz des beachtlichen Nährstoffgehalts aber recht ungenießbar. Die meisten Arten besaßen einen unangenehmen Bittergeschmack, der auf einem hohen Gehalt an Bitterstoffen und giftigen Alkaloiden in der Pflanze beruhte. Erst um 1930 kamen vermehrt spezielle Züchtungen mit reduziertem Bitter- und Giftstoffgehalt auf. Dabei handelte es sich maßgeblich um zwei Sorten bestimmter Lupinenarten: Gelbe Lupine (Lupinus luteus)

Diese ersten Varianten von Süßlupinen wurden zunächst als Futterpflanzen für Nutzvieh angebaut, vereinzelt auch als Lebensmittel genutzt. Im Jahre 1997 wurde dann schließlich die Blaue Süßlupine (Lupinus angustifolius) für den kommerziellen Anbau zugelassen. Die Sorten dieser im Mittelmeerraum heimischen Lupine sind besonders krankheitsresistent und besitzen noch weniger Bitter- und Giftstoffe als Lupinus albus und Lupinus luteus. Die Blaue Süßlupine legte somit den Grundstein für das heute sehr umfangreiche Angebot an Lupinenprodukten. Weiße Lupine (Lupinus albus).

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Lupinensamen als pflanzliche Eiweißquelle
Eiweiß, beziehungsweise Proteine sind im Körper für eine ganze Reihe lebenswichtiger Funktionen verantwortlich. Ohne eine ausreichende Proteinzufuhr kommt vor allem der strukturelle Aufbau von
Antikörpern,
Enzymen,
Hormonen,
Muskelmasse,
Haut,
Haaren,
Fingernägeln,
Zahn- und Knochensubstanz nicht aus.
Zudem werden auch essenzielle Signal- und Transportvorgänge im Körper durch Proteine geregelt, darunter
der Sauerstofftransport im Blut,
der Stoffwechsel sowie
die Weitergabe von Erbinformationen an neue Zellen.
Für einen gesunden und gut funktionierenden Organismus ist eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß darum unerlässlich. Bei Eiweißmangel kann es dagegen zu ernsten Gesundheitsbeschwerden kommen, wie zum Beispiel
Haarausfall,
Muskelschwäche,
Wachstumsstörungen,
oder Hungerödemen.
Wer fleischfrei lebt, für den stellt die Deckung seines täglichen Eiweißbedarfs eine große Herausforderung dar, denn Proteine finden sich vor allem in tierischen Lebensmitteln (zum Beispiel Fleisch, Fisch oder Milchprodukte). Gerade die vegane Ernährung wird mit Blick auf den Proteinbedarf des Körpers häufig kritisch betrachtet, da Veganer neben Fleisch auch auf eiweißhaltige Tiererzeugnisse wie Milch oder Eier verzichten.
Lupinenkerne und Lupinenmehl können hier eine wertvolle Alternative zu tierischen Eiweißquellen sein. Ähnlich wie Soja- und Weizenmehl besteht es zu einem Großteil (circa 35 bis 45 Prozent) aus pflanzlichem Eiweiß und hilft so bei der Gestaltung einer eiweißreichen veganen Ernährung. Im Gegensatz zu vielen anderen Getreidesorten sind Lupinsamen auch frei von als Gluten bekannten Klebereiweißen. Lupinenprodukte eignen sich also selbst für Menschen mit Zöliakie.
Hinweis: Leider können Pflanzenproteine vom Körper deutlich schlechter verwertet werden als Tiereiweiß. Bei Lebensmitteln wie Lupinenjoghurt oder Lupinenschnitzel sollte man deshalb mehr als gewöhlich essen.

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Inhaltsstoffe und Wirkung
Das Besondere an Lupinenmehl ist zum einen, dass es bis zu 48 Prozent Eiweiß besitzt und damit deutlich vor Soja, Erbsen und Bohnen liegt. Zum anderen enthält Lupineneiweiß nicht irgendwelche Aminosäuren, sondern sogenannte essenzielle Aminosäuren, die unser Körper nicht selbst herstellen kann und deshalb über die Nahrung aufnehmen muss. Dabei haben gerade Menschen, die sich aus Überzeugung fleischfrei ernähren oder nur begrenzten Zugang zu proteinreicher Nahrung besitzen oft Probleme, ihren Tagesbedarf an essenziellen Aminosäuren oder Eiweiß zu decken. Lupineneiweiß kann hier also eine gute Möglichkeit zur Nahrungsergänzung sein.
Darüber hinaus sind Proteine und Aminosäuren nicht die einzigen bedeutsamen Nährstoffe in Lupinen. Auch Mineralstoffe wie Kalzium oder Eisen lassen sich in der Lupine finden. In Sachen Gefäßgesundheit kommen ferner Vitamine und ungesättigte Fettsäuren in der Wolfsbohne zum Tragen.

Lupinenprodukte eignen sich also selbst für Menschen mit Zöliakie. 

Inhaltsstoffe und Wirkung
Das Besondere an Lupinenmehl ist zum einen, dass es bis zu 48 Prozent Eiweiß besitzt und damit deutlich vor Soja, Erbsen und Bohnen liegt. Zum anderen enthält Lupineneiweiß nicht irgendwelche Aminosäuren, sondern sogenannte essenzielle Aminosäuren, die unser Körper nicht selbst herstellen kann und deshalb über die Nahrung aufnehmen muss. Dabei haben gerade Menschen, die sich aus Überzeugung fleischfrei ernähren oder nur begrenzten Zugang zu proteinreicher Nahrung besitzen oft Probleme, ihren Tagesbedarf an essenziellen Aminosäuren oder Eiweiß zu decken. Lupineneiweiß kann hier also eine gute Möglichkeit zur Nahrungsergänzung sein.
Darüber hinaus sind Proteine und Aminosäuren nicht die einzigen bedeutsamen Nährstoffe in Lupinen. Auch Mineralstoffe wie Kalzium oder Eisen lassen sich in der Lupine finden. In Sachen Gefäßgesundheit kommen ferner Vitamine und ungesättigte Fettsäuren in der Wolfsbohne zum Tragen.

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Die Aminosäuren der Lupinen sind wahre Allroundtalente
Lupineneiweiß besteht maßgeblich aus essenziellen α-Aminosäuren. Diese Aminosäuren besitzen zusätzlich zu ihren vielfältigen Funktionen als Proteinverbindungen auch in ihrer Reinform beachtliche Eigenschaften. Zu nennen wären hier vor allem folgende α-Aminosäuren:
Arginin senkt den Blutdruck durch seine gefäßerweiternde Wirkung und regt den Harnstoffzyklus an. Der Muskelaufbau sowie Heilungsprozesse im Körper werden durch Arginin positiv beeinflusst.
Asparagin- und Glutaminsäure sind zwei der wichtigsten Neurotransmitter im menschlichen Körper, welche die Signalleitung im zentralen Nervensystem steuern. Des Weiteren wirken Asparagin- und Glutaminsäure harntreibend und helfen somit bei der Entwässerung.
Leucin stärkt Muskeln und Leber. Daneben hat es eine unterstützende Wirkung auf Heilungsprozesse im Körper.
Lysin ist für den strukturellen Aufbau von Haut- und Bindegewebe verantwortlich. Außerdem wird Lysin dazu genutzt, um Lippenherpes zu behandeln und den medikamentösen Wirkstoff Acetylsalicylsäure herzustellen.
Letzterer hilft nicht nur gegen Kopfschmerzen, sondern ist in Salbenform auch zur Therapie von Hautkrankheiten (zum Beispiel Akne oder Schuppenflechte) in Gebrauch.
Fettsäuren in Lupinenprodukten helfen beim Abnehmen
Lupinensamen besitzen einen sehr geringen Fettgehalt von gerade mal vier bis sieben Prozent. Damit unterscheidet sich die Wolfsbohne deutlich von Sojabohnen, die neben Erdnüssen zu den fettreichsten Hülsenfrüchten zählen. Wer fleisch- und milchfrei abnehmen möchte, sollte darum nicht auf Soja-, sondern lieber auf Lupinenprodukte zurückgreifen.
Der geringe Fettanteil in Lupinensamen wird überwiegend durch ungesättigte Fettsäuren gestellt. Zu ihnen gehören die für den Körper bedeutsamen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Sie können vom menschlichen Organismus nicht selbst hergestellt werden, sind für die Gesundheit jedoch besonders wichtig, da sie den Cholesterinwert senken und gleichzeitig vor rheumatischen Erkrankungen schützen. Darüber hinaus sind ungesättigte Fettsäuren dafür bekannt, den Stoffwechsel und die Verdauung anzuregen. Gemeinsam mit harntreibenden Aminosäuren wie Arginin oder Asparagin können Sie den Abnehmprozess folglich positiv unterstützen.
Tipp: Dank seines geringen aber erlesenen Fettanteils kann Lupinenmehl erfolgreich Teig binden. Veganern, die ohne Eier backen möchten, ist das Mehl also zu empfehlen. Ein kleiner Anteil Lupinenmehl reicht dabei aus, um den Teig unter Zusatz von Wasser in gewünschte Konsistenz zu bringen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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