Raus aus der privaten Krankenversicherung: Wie auch Älteren die Flucht aus der PKV gelingt

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Viele private Krankenversicherer erhöhen ihre Beiträge. Vor allem ältere Versicherte denken nun über einen Wechsel nach. Einige wollen in die gesetzlichen Kassen flüchten. Das ist zwar oft schwierig, aber meist möglich.

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Neben der DKV werden auch andere Versicherer Beiträge erhöhen. Einige von ihnen haben dies bereits zum 1. Januar getan. Folge: Versicherte wollen raus aus der privaten Krankenversicherung (PKV) und zurück in die gesetzlichen Kassen (GKV). Zwar hat die Bertelsmann Stiftung gerade gefordert, PKV und GKV in einer Bürgerversicherung zusammenzulegen. Doch auf absehbare Zeit wird diese nicht kommen. Ältere Versicherte, die viel Prämie zahlen – und es vertretbar finden, sich wieder in die Solidargemeinschaft zurückzubewegen –, müssen aktiv werden. Denn billiger wird es nicht.

In der PKV wird der Beitrag nach den Kosten im jeweiligen Tarif kalkuliert. Bei Tarifen, in denen viele Kranke versichert sind, steigen die Beiträge schneller als im PKV-Durchschnitt. Kommen keine neuen und gesünderen Versicherten hinzu, weil der Tarif geschlossen ist, verschärft sich das Problem.

Denn laut PKV-Verband sind die Gesundheitsausgaben für Männer von 76 bis 80 Jahren vier Mal so hoch wie bei 41- bis 45-Jährigen. In der GKV verteilen sich die Kosten der Kranken dagegen auf die gesamte KasZwischen 2012 und 2018 verlor die PKV 240.000 Vollversicherte. Die Gesamtzahl sank auf rund 8,7 Millionen. Ohne den Zuwachs bei den Beamten, deren Beiträge meist unterdurchschnittlich steigen, wäre der Mitgliederschwund noch größer. se.

Weniger verdienen und flüchten
Viele Versicherte können ihren Ausstiegswunsch aber nur schwer umsetzen. Solange sie 62.550 Euro pro Jahr oder mehr verdienen, dürfen sie nicht wechseln. Zudem ist ein Wechsel in der Regel nur bis zum Alter von 54 Jahren möglich. Ab 55 Jahren ist das Umsatteln deutlicher schwieriger.
Weil aber auch Betroffene unter 55 oft nicht wissen, wie sie zurück in die GKV kommen, haben Fluchthelfer Konjunktur. Einer dieser Dienstleister ist die Berliner Kanzlei Gansel Rechtsanwälte. Sie hat ein 19-seitiges Handbuch für Wechselwillige geschrieben. „Ob sich der Weg zurück zur GKV lohnt, hängt von der Beitragsersparnis über die gesamte Restlebenszeit ab“, sagt Anwalt Alexander Dubrovskij von der Kanzlei Gansel. Er und seine Kollegen haben einen Rechner entwickelt, der genau diese Ersparnis ermittelt. Ein wichtiges Ergebnis: Wer Kinder in der PKV mitversichern muss, für den rechnet sich die GKV öfter. Denn die gesetzlichen Kassen verlangen für Kinder keinen eigenen Beitrag.

Solche Prognosen helfen Wechselwilligen, haben aber ihre Grenzen. „Die Beitragsentwicklung in der PKV und der Leistungskatalog in der GKV lassen sich über 15 oder mehr Jahre nicht exakt vorhersehen“, sagt Roland Harstorff, Versicherungsberater aus Norderstedt. Klarer ist, welcher Fluchtweg grundsätzlich infrage kommt und unter welchen Umständen er sich wirtschaftlich lohnt. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen zwei Wechselvarianten (siehe Musterrechnung).

Raus aus der PKV
Angestellte können ihr Jahreseinkommen unter die gesetzliche Grenze von 62 550 Euro drücken, um von den privaten Krankenkassen (PKV) zu den gesetzlichen (GKV) zu wechseln. Musterfall: Angestellter, 50 Jahre alt, Bruttojahreseinkommen 62 600 Euro.

Annahmen:
– Beitrag im PKV-Tarif steigt stärker als in der GKV
– Wechsel zum 51. Geburtstag
– gesparte Beiträge bis Ruhestand berechnet
– weitere Ersparnis im Rentenalter möglich
Fluchtweg 1:
Teil des Gehalts dauerhaft in Beitrag zur Betriebsrente wandeln
Fluchtweg 2:
Ein Jahr Teilzeit (80 Prozent), danach volles Gehalt
Betrag in Euro

 

 

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