Hanfprotein – Inhaltsstoffe, Wirkung und Rezepte

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Hanfprotein – Inhaltsstoffe, Wirkung und Rezepte 4

Geprüft von Barbara Schindewolf-Lensch, Fachärztin für Innere Medizin
Verfasst von Miriam Adam

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Als Nährstoff ist Eiweiß (Protein) für den Körper bekanntlich unabdingbar. Dabei kann man Proteine bisweilen in sehr unterschiedlichen Formen zu sich nehmen, die nicht minder vielseitig sind als die Anzahl der natürlich vorkommenden Proteine an sich. Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte, Eier, Proteinshakes und sogar pflanzliche Produkte wie Getreide oder Gemüse – die Liste eiweißhaltiger Lebensmittel ist lang.
Inhaltsverzeichnis

Der heilige Gral unter den pflanzlichen Proteinen
Mehr als nur ein Pflanzenprotein
Besondere Bedarfsgruppen bei Hanfprotein
Vegetarier und Veganer
Allergiker
Menschen mit chronischen Verdauungsbeschwerden
Alzheimer und Herzpatienten
Sportler und Menschen mit Übergewicht
Rezepte für Hanfprotein
Smoothie mit Hanfprotein
Hanfprotein-Riegel
Vollkorn-Brotaufstrich mit Hanfprotein
Vollkornbrot mit Kürbiskernen und Hanfprotein
Gemüsepuffer mit Hanfprotein

Gerade im Bereich der pflanzlichen Lebensmittel werden diesbezüglich bis heute immer wieder neue interessante Eiweißquellen entdeckt. Eine davon ist Hanf (Cannabis). Bereits in der Antike vielfach als Nutzpflanze kultiviert, ist Cannabis vor allem als Rohstofflieferant im Handwerksbereich, als Biomaterial für die Energiegewinnung sowie als medizinisches Heilkraut bekannt. Es kommt bei einer Reihe von Gesundheitsbeschwerden wie etwa

Arthritis,
Asthma,
Autoimmunerkrankungen,
Chronischen Magen-Darm-Erkrankungen,
Depressionen,
Epilepsie,
Essstörungen,
Konzentrationsstörungen,
Krebserkrankungen,
Multipler Sklerose,
Muskelbeschwerden,
Nervenleiden,
Posttraumatischer Belastungsstörung,
Schlafstörungen,
Stoffwechselstörungen,
Verdauungsstörungen zum Einsatz.

UnbenanntHanf

Unverkennbar scheinen die medizinischen Talente von Cannabis mehr als vielfältig und sie sind gerade im Bereich der psychischen und nervenbasierten Gesundheitsbeschwerden von größtem Interesse. Nun ist jedoch die Funktion von Cannabisblättern als Heilkraut nicht ganz unumstritten, da Hanf aufgrund seiner psychoaktiven Wirkstoffe unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und bei falscher Dosierung diverse Nebenwirkungen haben kann. Cannabis darf deshalb in vielen Ländern, darunter auch Deutschland, nicht ohne Rezept abgegeben werden. Deutlich unkomplizierter verhält es sich hier mit dem isolierten Hanfprotein. Es vereint viele Heilwirkungen auf sich, die schon im Kraut der Hanfpflanze zu finden sind, dies jedoch ohne dabei die Nebenwirkungen von dessen psychoaktiven Inhaltsstoffen mit sich zu bringen. Außerdem hat es fernab der medikamentösen Aspekte natürlich auch als Nährstoff einige Vorzüge für die Gesundheit.

Der heilige Gral unter den pflanzlichen Proteinen
Der Begriff „Eiweiß“ für Proteine ist eigentlich relativ irreführend. Zum einen lässt er fälschlicherweise vermuten, dass dieser Nährstoff nur im ebenfalls als Eiweiß bekannten Eiklar vorkommt, was nicht der Fall ist, zum anderen gibt es nicht etwa ein bestimmtes Eiweiß, sondern viele verschiedene Proteine. Diese sind, je nach Art, aus verschiedenen Aminosäuren aufgebaut, die jedem Protein seine ganz individuelle Beschaffenheit und auch Funktion verleihen. Diese gestalten sich wie folgt:

Schutzproteine: Sind als Bausteine von Abwehrzellen und Antikörpern ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems.
Strukturproteine: Gestalten die Struktur von Körpergewebe, darunter Haut, Haare, Nägel, Knochen, Zähne und Bindegewebe. Auch Muskeln und Nerven beinhalten Proteine dieser Art zum strukturellen Aufbau.
Transport- und Signalproteine: Regeln die Signal- und Nährstoffleitung innerhalb des Organismus, etwa indem sie Nervensignale weiterleiten, Hormone und Enzyme steuern, Erbinformationen der DNA weitergeben oder den Sauerstofftransport im Blut gewährleisten. Sie sind damit die vielfältigsten Proteine im Körper.
Reserveproteine: Proteine, die vom Körper nicht direkt gebraucht werden, können als Reservestoffe vorübergehend in Leber-, Milz- und Muskelgewebe eingespeichert werden, bis sie in einem Hungerzustand als Energielieferanten dienen müssen. Eiweiß bildet damit einen direkten Energiespeicher für unseren Organismus.
Es erübrigt sich zu erwähnen, dass Proteine damit für essenzielle Funktionen unseres Körpers verantwortlich sind und diesem deshalb täglich in ausreichender Menge zugeführt werden müssen. Nun muss aber zwischen zwei verschiedenen Formen von Proteinen unterschieden werden, den tierischen und pflanzlichen Proteinen. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, wobei tierische Proteine aufgrund ihres, den menschlichen Proteinen ähnlichen, Aminosäureprofils besser vom Körper verwertet werden können. Sie haben damit eine höhere Bioverfügbarkeit für unseren Organismus als pflanzliche Proteine. Gleichzeitig bedeutet die Verstoffwechslung von Proteinen aus tierischen Bezugsquellen aber auch einen starken Mehraufwand für Verdauungsorgane wie Leber oder Niere, was bei einem Überkonsum tierischer Lebensmittel langfristig zu Erkrankungen wie Nierensteinen oder gar Niereninsuffizienz führen kann.

In Sachen pflanzliche Proteine verhält sich das Ganze umgekehrt. Zwar sind sie für den Organismus leichter zu verdauen, dies liegt jedoch in erster Linie daran, dass sich ihr Aminosäureprofil entschieden von menschlichen Körperproteinen unterscheidet und sie somit nur geringfügig vom Stoffwechsel verwertet werden können. Ihre geringere Bioverfügbarkeit bedarf deshalb für gewöhnlich größerer Mengen pflanzlichen Eiweißes, um den täglichen Proteinbedarf zu decken. Insbesondere für Veganer, die neben Fleisch auch keine proteinhaltigen Tiererzeugnisse wie Milch oder Käse zu sich nehmen, kann dieser Umstand zum Verhängnis werden und langfristig das Risiko eines Proteinmangels erhöhen.
Mit Hanfprotein ist nun ein pflanzliches Protein gegeben, das herkömmlichem Pflanzeneiweiß in vielfältiger Weise überlegen ist. Es wird aus den Samen der Hanfpflanze gewonnen, die wie der menschliche Körper zu 20 bis 25 Prozent aus Proteinen bestehen. Mehr noch, sind die Proteine der Hanfsamen denen des menschlichen Körpers so ähnlich, wie es üblicherweise nur bei tierischem Eiweiß der Fall ist. Dementsprechend kann es auch ähnlich effizient in den Stoffwechsel integriert werden, was insbesondere für Personen interessant ist, die ihren Tagesbedarf an Proteinen ausschließlich über pflanzliche Lebensmittel decken. Darüber hinaus besitzt Hanfprotein, dank seines besonderen Aminosäureprofils, auch einen besonderen Wert für unsere Gesundheit, der, ebenso wie Cannabiskraut, eine medizinische Bedeutung hat.

Mehr als nur ein Pflanzenprotein
Bei Hanfprotein nur an eine bestimmte Proteinvariante zu denken, ist ähnlich falsch wie im Falle von Eiweiß. Tatsächlich gibt es nämlich zwei verschiedene Hanfproteine. Zu etwa 65 Prozent ist dabei das Protein Edestin in Hanfsamen vertreten. Es gehört zur Stoffgruppe der Globuline und wird im Körper dazu verwendet, Antikörper, Hormone, Enzyme sowie den roten Blutfarbstoff Hämoglobin herzustellen. Es handelt sich bei Edestin also sowohl um ein Schutz-, als auch ein Transport- und Singalprotein mit multifunktionaler Gesundheitswirkung im Bereich der
Blutbildung,
Hormonregulierung,
Immunabwehr
und Stoffwechseltätigkeit.
Ganz ähnlich sieht es bei dem zweiten Hanfprotein Albumin aus, das die übrigen 35 Prozent des Hanfproteins ausmacht. Auch dies kommt natürlich im menschlichen Körper vor und ist unter anderem für die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks im Blutkreislauf verantwortlich. Ferner wird das Protein inzwischen sehr gezielt zur Behandlung der Leberkrankheit Morbus Wilson genutzt, die auf einem gestörten Kupferstoffwechsel der Leber basiert. Albumin bindet hier überschüssige Kupferrückstände der Leber an sich und hilft somit bei der Reinigung des Organs im Krankheitsfall. Auch in der Krebstherapie spielt das schwefelhaltige Globulin eine zunehmend wichtigere Rolle. So hilft es zum Beispiel dabei, Tumore zu erkennen, da Krebszellen für ihre Energiezufuhr vermehrt albuminhaltiges Bluteiweiß nutzen. Ebenso sind diverse Krebsmittel darauf ausgerichtet, die Albuminzufuhr für Krebszellen zu unterbinden.
Insgesamt ist Hanfprotein aus 23 essenziellen Aminosäuren aufgebaut. Essenziell bedeutet hierbei, dass sie vom Körper tagtäglich zur Aufrechterhaltung wichtiger Körperfunktionen sowie der strukturellen Integrität von Körpergewebe und Körperstoffen gebraucht werden. Einige besonders wertvolle Aminosäuren sind diesbezüglich
Isoleucin – dient als Energielieferant für Muskelzellen.
Leucin – unterstützt den Erhalt und Aufbau von Muskel- und Lebergewebe.
Lysin – ist insbesondere für ein kräftiges Bindegewebe wichtig.
Methionin – spielt für die Immunabwehr und den Harnstoffwechsel eine wichtige Rolle.
Threonin – eine sehr vielseitige Aminosäure, die im Körper unter anderem für Verdauungsvorgänge, die Antikörperproduktion des Immunsystems sowie die strukturelle Aufrechterhaltung von Bindegewebe, Haut- und Schleimhautgewebe gebraucht wird.
Tryptophan – eine Aminosäure, die im Körper zu dem Glückshormon Serotonin umgewandelt wird und eine ähnlich stimmungsaufhellende und beruhigende Wirkung hat.
Valin – dient als Energielieferant für das Muskelgewebe.
Damit nicht genug, weist Hanfprotein auch einige äußerst interessante Verbindungen aus dem Bereich der ungesättigten Fettsäuren auf, und das erneut in einem für den menschlichen Körper idealen Mischverhältnis. Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren lassen sich hier in einem Verhältnis von 1:3 finden, was im Vergleich zu zahlreichen Lebensmitteln, die diesbezüglich einen wesentlich höheren Omega-6-Wert und damit einen Überschuss besagter Fettsäure aufweisen, sehr wünschenswert ist.

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