Grundrente beschlossen: Wer ab 2021 mehr Geld bekommt

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Nach langem Streit und viel Hin und Her hat das Bundeskabinett am Mittwoch die Grundrente beschlossen

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Nach monatelangem Streit hat die Bundesregierung die geplante Grundrente für Geringverdiener auf den Weg gebracht. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch den Gesetzentwurf von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD). Wer Anspruch auf den Zuschlag hat, wie hoch er ausfällt – hier die Antworten auf wichtige Fragen.
Rund 1,3 Millionen Menschen mit kleinen Renten sollen ab kommendem Jahr Aufschläge

Profitieren von der Grundrente sollen langjährige Geringverdiener mit kleiner Rente, die mindestens 33 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben. Eine Einkommensprüfung soll sicherstellen, dass diejenigen den Aufschlag erhalten, die ihn auch brauchen.
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Im Startjahr 2021 soll die Grundrente die Steuerzahler 1,3 Milliarden Euro kosten.
Das ist konkret geplant:
Wer hat Anspruch auf Grundrente?
Die Grundrente sollen ab Januar 2021 Senioren erhalten, die trotz jahrelanger Berufstätigkeit nur eine Minirente beziehen. Wenn sie mindestens 33 Jahre lang Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt haben, erhalten sie ab kommendem Jahr den Zuschlag. Angerechnet werden Rentenbeiträge aus Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflegetätigkeit.
Welches Einkommen wird angerechnet?
Rentner mit einem monatlichen Einkommen von maximal 1250 Euro (Alleinstehende) und 1950 Euro (Eheleute oder Lebenspartner) haben nach 35 Beitragsjahren Anspruch auf den vollen Grundrenten-Aufschlag. Bis zu diesen Einkommen werden die Einkommen nicht angerechnet.
Höhere Einkommen werden zu 60 Prozent auf die Grundrente angerechnet. Bedeutet zum Beispiel: Bei einem Single mit 1300 Euro im Monat würden 50 Euro zu 60 Prozent angerechnet, seine Grundrente würde um 30 Euro geringer ausfallen.
Ab monatlich 1600 Euro (2300 Euro bei Ehepaaren) wird das Einkommen zu 100 Prozent berücksichtigt. Bei der Einkommensprüfung werden auch Einnahmen durch Kapitalerträge berücksichtigt.
Wie hoch ist der Zuschlag?
Die Grundrente ist gestaffelt: Bereits nach 33 Beitragsjahren haben Senioren mit kleiner Rente einen Anspruch darauf – allerdings noch nicht in voller Höhe. Dies ist erst nach 35 Beitragsjahren der Fall. Wie hoch der Zuschlag ausfällt, hängt vom Einkommen ab. Der Maximalbetrag liegt laut Bundesarbeitsministerium bei 404,86 Euro im Monat.
Wie wird die Grundrente berechnet?
Die Berechnung der Grundrente ist kompliziert. Vereinfacht gesagt werden dabei die Entgeltpunkte aufgewertet, die ganz allgemein für die Berechnung der Rente herangezogen werden.
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Die Entgeltpunkte werden jedoch nur für die Zeiten aufgewertet, in denen ein Rentner während seines Arbeitslebens weniger verdient hat als der Durchschnitt in dem Jahr – allerdings auch nicht beträchtlich weniger: berücksichtigt werden gezahlte Beiträge zwischen 30 bis 80 Prozent des Durchschnittseinkommens.
Wie sieht die Einkommensprüfung aus?
Eine Bedürftigkeitsprüfung gibt es bei der Grundrente nicht. Eine Einkommensprüfung soll sicherstellen, dass nur diejenigen den Zuschlag auf ihre kleine Rente erhalten, die dies tatsächlich benötigen.
Das Vermögen der potenziellen Bezieher einer Grundrente bleibt bei der Prüfung außen vor, berücksichtigt werden jedoch etwa Mieteinkünfte, Kapitalerträge und Einnahmen aus betrieblicher oder privater Vorsorge – also die Einnahmen, die Rentner auch bei der Steuer angeben.
Müssen Berechtigte einen Antrag auf Grundrente stellen?
Es ist nicht nötig, einen Antrag auf Grundrente zu stellen. Durch Datenabgleich mit den Finanzämtern sollen Berechtigte automatisch ermittelt und ihnen die Grundrente gezahlt werden. Vorgesehen sind auch Abfragen beim Bundeszentralamt für Steuern und Kreditinstituten.
Wie wird die Grundrente finanziert?
Die Kosten für die Grundrente werden im ersten Jahr (2021) auf rund 1,3 Milliarden Euro veranschlagt. Bezahlt werden soll dies nicht von der Rentenversicherung, sondern aus Steuermitteln.
Die SPD will die Grundrente aus den Einnahmen der geplanten Finanztransaktionssteuer auf Börsengeschäfte finanzieren. Allerdings gibt es diese Steuer noch nicht, die Einführung ist ungewiss.
Im Video: Rente mit 63 – Was Sie tun müssen, damit der Traum Wirklichkeit wird

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wize.life-Nutzer
Diese sogenannte Grundrente ist nicht das was sie sein sollte, sie ist eine normale Rentenerhöhung aber keine Hilfe für bedürftige Rentner. Ich kenne ein sehr wohlhabendes Paar – lebt im Ausland in einer eigenen Villa mit großem Barvermögen. Dieses Paar bekommt jetzt noch ein zusätzliches Taschengeld zum ausgeben, da es ohne Bedürftigkeitsprüfung ist. Ich gönne es jedem der es braucht – aber die ärmsten der Armen deutschen Bürger gehen wieder leer aus weil durch einige Umstände die erforderlichen Beitragsjahre nicht erreicht wurden.
Heute, 14:48 Uhr

wize.life-Nutzer
Nein, sie ist wirklich nicht das, was sie eigentlich sein sollte; es ist beschämend!!
Heute, 19:21 Uhr

 

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